Schnorcheln in Nha Trang

Hinweis: Da die Fotos zum Teil nur Screenshots der Videos von unserer Actioncam sind und auch die Sichtweite unter Wasser nicht immer gut war ist die Qualität der Fotos leider nicht so gut wie sonst.

Die Vorfreude steigt

Endlich wurde das Wetter nach einigen eher bewölkten und stürmischen Tagen in Nha Trang besser und wir konnten eine Schnorcheltour zu einer der umliegenden kleinen Inseln buchen. Da jedes Programmheft irgendwie gleich aussah, buchten wir die Tour für den günstigsten Preis in unserem Hotel. Also haben wir uns den Wecker gestellt, um am nächsten Tag um 8.00 Uhr abholbereit zu sein. 7.30 Uhr klopfte es energisch an unserer Zimmertür. „Pickup is here“ – wie, jetzt schon? Die Mitarbeiterin hatte uns am Vortag die falsche Uhrzeit für die Abholung genannt – das fängt ja schon mal gut an. Zum Glück waren wir fast fertig, schnappten unsere Sachen und los ging’s – ab zum Hafen und rauf aufs Boot!

Vielversprechende Aussicht

Bei der Fahrt mit dem Speedboot zum Anlegepunkt wurde die Stadt immer kleiner und wir konnten immer mehr grüne Inseln mit Felsen und Sandstrand erblicken. Welche Insel würde es wohl werden? Das konnten wir bei der Kommunikation im Vorfeld noch nicht heraus finden. Wir wussten nur, dass es eine und nicht mehrere Inseln sein würden. Tatsächlich waren wir die einzigen Teilnehmer der Tour und nach 10 Minuten steuerten wir auf eine ca. 50qm große Plattform zu, welche knapp vor einer Felsklippe einer Insel lag. Auf der Plattform befanden sich zig Liegestühle, eine Küche, einige Tische, Stühle, Umkleidekabinen, eine Toilette sowie Regale mit Tauch- und Schnorchelausrüstung. Nicht zu vergessen die tierischen Crewmitglieder: zwei Katzen und ein Hund waren ebenfalls hier. Nachdem wir unsere Sachen in einem Spind einschließen konnten bekamen wir die Schnorchelsets überreicht und es konnte los gehen. Der Kapitän teilte uns mit, dass wir nun einige Zeit hier hätten bevor es weiter ging. Eigentlich gingen wir von nur einer Insel aus, aber natürlich gilt bei Inseln je mehr desto besser (sofern das nicht in Stress ausartet), von daher waren wir gespannt, was uns erwarten würde. Um halb 9 Uhr morgens hatte die Sonne noch nicht so viel Kraft, sodass es einige Minuten dauerte, bis wir vollständig im Wasser waren. Und dann die Ernüchterung: Eine Sichtweite von maximal 2 Metern und kein einziger Fisch. Na toll. Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt und machten es uns dann erstmal mit einem Kaffee in den Liegestühlen bequem und hofften auf die nächste Insel.

Weiter zum Riff

Obwohl ursprünglich angekündigt war, dass wir auf der Plattform mehr Zeit hätten, kam der Kapitän auf uns zu und meinte, dass es nun zum nächsten Anlegepunkt weiter gehen könne. Vielleicht wurde unsere Enttäuschung bemerkt, sodass wir früher los fuhren? Auf dem Boot erwartete uns eine frische Obstplatte mit Mango und Melone sowie Handtücher und Wasser. Beim ersten Biss war ich mir nicht mal sicher, ob es sich um eine Mango handelt, da diese einfach so viel süßer und fruchtiger war als ich sie aus Deutschland kannte – kein Wunder war ich dort noch kein Mango-Fan 🙂 Nach einigen Minuten Fahrt mit dem wesentlich langsameren Holzkahn und unfassbar schöner Aussicht auf einige Inseln legten wir vor einem Riff an. Das Wasser war hellblau und türkis, trotzdem konnten wir noch nicht erkennen, ob das Wasser hier wirklich klarer war und unsere Erwartungen waren nicht allzu hoch.

Endlich schnorcheln

Nachdem wir uns von einer kleinen Leiter am Boot ins Wasser gewagt hatten und wie von unserem Kapitän empfohlen näher an die Felsen geschwommen waren, konnten wir bereits die ersten Fische sehen und die Sicht wurde immer besser. Und dann: die erste Koralle! Unsere Enttäuschung war wie weggeblasen. Endlich zu zweit an einer einsamen Felsküste mit wunderschöner Landschaft um uns, mitten in der Unterwasserwelt! Wir schnorchelten das Riff entlang und konnten einige Korallen, bewachsene Felsen und unterschiedliche Fische beobachten. Einige schillerten blau, gelb und grün und einer der größeren Fische schien Thorben sogar angreifen zu wollen indem er schnell und kopfwackelnd auf ihn zu schwamm – vielleicht waren wir zu nah an seinen Stein geschwommen?

Der angreifende Fisch. Auch unsere Kamera kann wackeln wie er 🙂

Zur Verschnaufpause legten wir uns aufs Deck unseres Bootes und genossen die mittlerweile wesentlich stärkeren Sonnenstrahlen. Genau so hatten wir uns das vorgestellt. Diese ruhigen Momente waren unbezahlbar und genau das, wonach wir uns nach einigen Tagen in der doch sehr touristischen Stadt gesehnt hatten. Der Kapitän sonnte sich unterdessen und der Guide holte die Angel raus. Es war einfach idyllisch und ein Gefühl der absoluten Entspannung und des Ankommens machte sich in uns breit.

Mittagspause auf Deck

Als wir nach einer schönen Zeit am Ufer einer anderen Insel zur Plattform zurück kehrten, wurden wir zu einem kleinen gedeckten Tisch geführt. Wir hatten für das Mittagessen nicht viel erwartet, spätestens seitdem wir die Instant Nudelsuppen bei der Anfahrt gesehen hatten – aber darum ging es schließlich nicht, von daher wäre das völlig ok für uns gewesen. Doch dann wurde zu unserer Überraschung richtig aufgetischt: Reis, Gemüse, Suppe, Fisch, Fleisch, Omelett, Wachteleier und unterschliedliche Soßen sowie zwei Bananen als Dessert füllten plötzlich unseren Tisch. Das übertraf unsere Erwartung und wir waren sprachlos. Da wir auch noch die einzigen Besucher waren fühlten wir uns wie Ehrengäste und ließen es uns schmecken. Das war definitiv eines der idyllischsten und irgendwie auch romantischsten Essen bisher auf unserer Reise. Wir wurden verwöhnt aber nicht bedrängt, konnte die Ruhe und die Aussicht genießen und es uns einfach gut gehen lassen. Wir legten uns danach in die Sonne, beobachteten Fische von der Plattform aus und konnten so richtig abschalten und entspannen.

Können wir nicht einfach hier bleiben?

Als es mittags dann zurück zum Festland gehen sollte, wollten wir nicht mehr weg. Dieser Ort war so ruhig und idyllisch, dass wir einfach zu gerne noch länger geblieben wären. Mit dem Holzboot und der gesamten Crew inklusive Köchin ging es zurück Richtung Festland. Die Einheimischen spielten auf dem Boot Karten und einige Scheine wechselten den Besitzer, der Kapitän sang vor sich hin und wir genossen einfach nur das Wetter, die Aussicht und die gute Stimmung. Nach dem ersten ernüchternden Eindruck hat sich dieser Tag zum positiven gewendet und wir sind entspannt, glücklich und sonnengebräunt wieder ins Hotel zurückgekehrt.

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